Warum dich Stellenanzeigen gerade nicht weiterbringen – und womit du bei deiner beruflichen Neuorientierung stattdessen anfangen solltest

Testimonial

Berufliche Neuorientierung mit 50: Annes Erfolgsgeschichte

Testimonial von Anne, Teilnehmerin des Online-Programms zur beruflichen Neuorientierung

Anne

Physiotherapeutin

Anne beschäftigte sich schon seit drei bis vier Jahren mit dem Gedanken, sich beruflich zu verändern. Mit 49 fragte sie sich immer öfter, wie eine berufliche Veränderung aussehen könnte, die wirklich zu ihr passt.

Als Physiotherapeutin arbeitete sie gerne mit ihrem Team und ihren PatientInnen. Trotzdem wusste sie schon länger, dass sie nicht mehr dauerhaft an der Therapiebank stehen wollte.

Sie wünschte sich eine berufliche Neuorientierung. Am liebsten wollte sie zunächst im Gesundheitswesen bleiben, aber stärker in einen administrativen Bereich wechseln und flexibler arbeiten können.

Ganz untätig war Anne in dieser Zeit nicht. Parallel zu ihrer Arbeit als Physiotherapeutin suchte sie sich Minijobs im Bürobereich. Dort konnte sie ausprobieren, ob ihr administrative Aufgaben liegen.

Dabei machte sie eine wichtige Erfahrung: Sie arbeitete sich gut ein und merkte, dass ihr diese Tätigkeiten Spaß machten.

„Da wurde ich auch wieder so bestärkt und dachte: Okay, ich kann das auch.“

Trotzdem gelang es ihr nicht, einen klaren beruflichen Weg daraus zu entwickeln.

Ihre Suche verlief in Wellen: „Das war immer so ein Anfall, wenn ich wieder so eine Unzufriedenheit hatte im Job.“

Wenn die Unzufriedenheit im Job größer wurde oder etwas nicht gut lief, setzte sie sich an die Jobportale und schaute nach Stellen. Dann holte sie der Alltag wieder ein und das Thema berufliche Zukunft rückte wieder in den Hintergrund.

Anne beschreibt diese Zeit als ein ständiges Auf und Ab: „Es war immer irgendwie eine latente Unzufriedenheit da.“

Manchmal fühlte sie sich leer oder frustriert. An anderen Tagen war sie wie gelähmt, weil ihr nach einer Arbeitswoche die Kraft fehlte, sich auch noch mit ihrer beruflichen Veränderung zu beschäftigen. Wenn sie Stellenanzeigen ansah, wusste sie außerdem nicht genau, wonach sie eigentlich suchen sollte. 

Anne schob das Thema immer wieder weg. Gleichzeitig sprach sie regelmäßig darüber, dass sie etwas verändern wollte. Irgendwann merkte sie, dass sie nicht noch ein weiteres Jahr am gleichen Punkt stehen wollte.

„Es war mir dann schon fast peinlich.“

„Ich kann nicht immer reden, reden, reden und nichts machen. Es muss einfach was passieren.“

Rotes Notizbuch, mit dem gelben Icon von Supervisorin und Coach Giulia Barile. Darauf der Slogan: berufliche Klarheit entsteht nicht durch Zufall

Im Programm begann Anne, sich selbst aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Vor allem die Auseinandersetzung mit ihren Stärken half ihr. Sie erkannte Fähigkeiten, die für sie vorher selbstverständlich gewesen waren oder die sie nicht bewusst wahrgenommen hatte.

„Ich finde einfach, dass die Stärken noch mal viel, viel deutlicher geworden sind.“

Auch die Rückmeldungen anderer Teilnehmerinnen waren für sie wertvoll. Die Frauen befanden sich in ähnlichen Situationen und bestärkten sich gegenseitig. Anne erlebte die Gruppe als einen positiven Raum.

„Man sitzt alle so im gleichen Boot und bestärkt sich gegenseitig.“

Anne wusste aus ihren Minijobs bereits, dass sie sich in neue Aufgaben einarbeiten konnte. Im Programm begann sie, diese Erfahrungen ernster zu nehmen.

„Ich kann mich auch auf neue Sachen einlassen und ich kann es auch gut.“

Gleichzeitig löste sich der Anspruch, bereits den perfekten beruflichen Plan haben zu müssen. Anne erkannte, dass sie losgehen darf, obwohl das genaue Ziel noch nicht vollständig feststeht.

Dabei entstand ein neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

„Auch wenn man noch nicht genau weiß, wohin: einfach mal machen, einfach mal loslegen.“

Diese Erkenntnis brachte sie wieder in Bewegung.

Anne überarbeitete ihren Lebenslauf, sortierte ihre Zeugnisse und bereitete ihre Unterlagen so vor, dass sie bei einer passenden Möglichkeit darauf zurückgreifen kann. Damit veränderte sich nicht nur ihre äußere Vorbereitung, sondern auch ihr inneres Gefühl.

„Ich fühle mich einfach stärker, kraftvoller und habe wieder ein Ziel vor Augen, was ich vorher ein bisschen verloren hatte.“

Ihr genauer nächster Job steht noch nicht fest. Doch Anne erlebt das heute nicht mehr als Grund, weiter abzuwarten.

Sie weiß, dass berufliche Klarheit nicht immer bedeutet, sofort die vollständige Lösung zu kennen. Für sie bedeutet Klarheit im Moment, die eigene Richtung besser zu verstehen und den nächsten Schritt zu gehen.

Dabei spielte auch ihr Alter eine Rolle. Mit 49 fragte sie sich manchmal, ob eine berufliche Neuorientierung mit 50 überhaupt noch realistisch ist oder ob ihr die Zeit für eine Veränderung davonläuft.

Im Programm machte sie eine andere Erfahrung.

Gelber Schriftzug why not try auf hellblauem Hintergrund

„Man wächst auch noch mit 49.“

Das größte Ergebnis ist für Anne deshalb nicht, dass sie sofort gekündigt oder bereits eine neue Stelle gefunden hat.

Sie erkennt ihre Stärken klarer. Sie vertraut sich mehr zu. Sie hat ihre Bewerbungsunterlagen vorbereitet und fühlt sich bereit, ihre berufliche Veränderung wirklich anzugehen.

Vorher suchte sie planlos, zweifelte und schob das Thema wieder weg. Heute hat sie wieder eine Richtung.

„Du hast mich gepusht, es jetzt wirklich anzugehen.“

Für Frauen, die über eine berufliche Neuorientierung mit 50 oder auch schon einige Jahre früher nachdenken, zeigt Annes Erfahrung: Du musst nicht sofort wissen, wie dein gesamter neuer beruflicher Weg aussieht.

Der erste Schritt kann darin bestehen, die eigenen Gedanken zu sortieren, die eigenen Stärken wiederzuentdecken und sich zu erlauben, überhaupt loszugehen.

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